
Friedensbrief --- Ausgabe 2002/01 --- 19.08.2002 --- ISSN 1618-7288
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bestellt und abbestellt werden.
Herausgeber:
Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
(DFG-VK)
Gruppe Köln
Postfach 910304
51073 Köln
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Inhaltsverzeichnis:
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Editorial: Thema Verschwörungstheorien
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Friedensbewegung im Nebel
zwischen Verschwörungen und Verschwörungstheorien
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Andreas von Bülows Interview in der Jungen Freiheit
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Veranstaltungshinweis
Die Weltsicht der rechtsextremen Zeitung "Junge Freiheit" nach dem
11.September
Vortrag von Helmut Kellershohn in Köln am 10. 9. 2002
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Kalte Spur zur Stasi
frisch aufgewärmt.durch Andreas von Bülow
Antisemitische und nazistische Schmierereien an Synagogen
und Friedhöfen in Köln.
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Editorial: Thema Verschwörungstheorien
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Liebe Leserinnen und Leser,
das Schwerpunktthema dieser Ausgabe des Friedensbriefes ist das Thema
Verschwörung und Verschwörungstheorien. Erster Anlass dafür
waren
Veröffentlichen der Arbeiterfotografie [Arbeiterfotografie 2001]
über
angeblich gefälschte Bekennervideos von Osama bin Laden.
Der zweite Anlass war eine zunächst vom Kölner Friedensforum
angekündigte,
dann abgesagte und dann doch von anderen durchgeführte
Informationsveranstaltung mit dem ehemaligen parlamentarischen
Staatssekretär im Verteidungsministerium und ehemaligen
Bundesforschungsminister Andreas von Bülow.
Lange vor dem 11. 9. 2001 hatte er ein Buch [Bülow 2000] über
Geheimdienste
geschrieben, das inzwischen auf den Grabbeltischen vor Buchhandlungen
erhältlich ist. Das Buch macht einen recht schlampig recherchierten
Eindruck, so vertauscht er u.a. die Reihenfolge von US-Präsidenten
nach
1945. [Bülow 2000 Seite 400]
Nach dem 11. September 2001 ging Andreas von Bülow dann für
sein Buch mit Interviews in der mehr oder weniger seriösen Presse
auf
Promotionstour für sein Buch. [Bülow 2001/2002] Er stellte
nach
Methode Erich von Däniken ein Vielzahl von Hypothesen auf, wie
"möglicherweise ferngesteuerte" entführte Flugzeuge und "quicklebendige"
Flugzeugentführer,
Deswegen wurde er vom Kölner Friedensforum als Referent zu einer
Vortragsveranstaltung in der Christus-Kirche in Köln am 12. 3.
2002
eingeladen. Dann gab er auch der berüchtigten rechten
"Jungen Freiheit" ein Interview. [Bülow 2002] Deswegen wurde er
erst von
einem Kongress des Bundes demokratischer Wissenschaftler am 2./3. März
2002
und dann auch vom Kölner Friedensforum ausgeladen.
(Das Kölner Friedensforum kritisierte in einer Stellungnahme besonders
Bülows Behauptungen über eine ausländische Steurung
neonazistischer
Gewalttaten in Deutschland durch ausländische Geheimdienste wie
CIA und
Stasi. In dieser Ausgabe des Friedensbriefes entlarvt unser Autor Gerd
Brogi
akribisch die Lügen Andreas von Bülows und anderer Autoren
über die
Stasisteurung der berüchtigten Kölner Synagogen Schändung.)
Nach seiner Ausladung und der Absage der Veranstaltung des Kölner
Friedensforums wurde er von Ottmar Lattorf und anderen wieder eingeladen
Zur gleichen Zeit und am gleichen Ort fand dann allerdings die Veranstaltung
mit Andreas von Bülow statt. Die Vorgänge um diese Veranstaltung
wurden von
Ottmar Lattorf in einem Reader [Lattorf 2002] dokumentiert.
Durch den inzwischen entstandenen Nebel neuer und klassischer
Verschwörungstheorien rund um den 11. September 2001 wird
die unbestreitbare Wahrheit verdeckt, dass es die USA und andere westliche
Staaten waren, die jahrzehntelang den islamistischen Fundamentalismus
(und
Terrorismus!!!) gefördert haben.
Die USA und andere Kolonialmächte haben "Religion als Opium für
das Volk" gesät und die Angestifteten haben daraus "Religion als
Opium des
Volkes" [Marx] gemacht. Die Folge waren die Anschläge am 11. September
2001.
Diese realen Kriegsursachen und nicht irgendwelche Verschwörungstheorien
sollten von der Friedensbewegung thematisiert werden, um die bereits
für die
Zeit nach dem 22. September 2002 angesagten Angriffskriege (z.B.
gegen den
Irak) zu verhindern.
Achim Scheve
Hinweise im Internet:
www.arbeiterfotografie.com
www.friedensbildungswerk.de
www.friedensbrief.de/0201info.html
Weitere Anmerkungen:
Arbeiterfotografie 2001: Die Behauptungen wurden u.a. per E-Mail und
auf den
Webseiten www.arbeiterfotografie.com verbreitet. Inzwischen hat die
Arbeiterfotografie in einem E-Mail-Rundbrief vom 25. Juli
2002 mit einem Hinweis auf ihre eigene Webseite noch mal mit ein paar
neuen
Verschwörungstheorien kräftig nachgelegt....
Bülow 2000: Andreas von Bülow Im Namen des Staates CIA, BND
und die
kriminellen Machenschaften der Geheimdienste Piper Verlag GmbH
München ISBN
3-492-23050-4 Ungekürzte Taschenbuchausgabe der Erstausgabe von
1998
Bülow 2000: Seite 400: "Gehlen gelang es dann im Laufe der fünfziger
Jahre,
dieses Alptraumszenario noch durch das Phantom einer Raketenlücke
zu
ergänzen und in die innenpolitische Diskussion der USA zu lancieren.
Diese
Lücke griff der junge demokratische Präsidentschaftskandidat
Kennedy auf, um
seinen Konkurenten, den amtierenden Präsidenten Nixon, der Leichtfertigkeit
in Sachen Kommunismus und militärischer Verteidigungsbereitschaft
zu zeihen"
Nixon war natürlich Präsident nach Kennedy und Johnson!!!
Vor Kennedy war er
nur Vizepräsident... Schlamperei des Autors oder Verschwörung
des Setzers?
Bülow 2001/2002: Konkret Nr. 12 Dezember 2001 Seite 14-17, Tagesspiegel
vom
13. 1. 2002, Rote Fahne Nr. 7/02 vom 14. 2. 2002 (Zeitung der Marxistisch
Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD)
Bülow 2002: Das Interview ist in den Ausgaben der Jungen Freiheit
am
1. Februar 2002 und am 8. Februar 2002 erschienen.
Karl Marx hat die Religion natürlich als "Opium des Volkes" bezeichnet.
Im 20. Jahrhundert wurde Religion dann von den Herrschenden aber auch
zur
Manipulation und Verdummung - also als "Opium für das Volk" -
eingesetzt...
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Friedensbewegung im Nebel
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zwischen Verschwörungen und Verschwörungstheorien
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Natürlich gab und gibt es echte Verschwörungen gegen den Frieden.
Zu Anfang ist zu sagen, dass sowohl der Überfall auf den Sennder
Gleiwitz
als auch der Zwischenfall in der Bucht von Tonking echte Verschwörungen
waren. Beim angeblichen Überfall auf den deutschen Sender Gleiwitz
hatten
die Nazis ermordete KZ-Insassen in polnischen Militäruniformen
als Beweise präsentiert.
Beim Zwischenfall in der Bucht von Tonking war ein US-Kriegsschiff
absichtlich in nordvietnamesische Hoheitsgewässer eingedrungen
und hatte
dadurch eine Schiesserei provoziert, die dann als Begründung für
den Beginn
des US-Vietnamkrieges eingesetzt wurde.
Neben diesen realen Verschwörungen gibt es eine Vielzahl von
Verschwörungstheorien über angebliche Verschwörungen.
Andreas von Bülow hat
es uns gezeigt, dass auch Politiker früherer sozialliberaler
Bundesregierungen sich an der Verbreitung von abstrusen
Verschwörungstheorien beteiligen können.
Zum lockeren Einstieg in das Thema sei zunächst einmal auf die
"Bielefeld
Verschwörungtheorie" hingewiesen. Laut der Bielefeldverschwörungstheorie
gibt es die Stadt Bielefeld nicht und eine Verschwörung solle
es uns
weismachen, dass diese Stadt existiere.. In Wirklichkeit handelt
es sich
bei dieser im Internet weit verbreiteten "Bielefeldverschwörungstheorie"
um
eine Parodie auf Verschwörungstheorien von besonders dreisten
Holocaustleugnern. Diese hatten jahrelang diverse politische
Diskussionsgruppen im Internet (Usenet) mit übelster Nazipropaganda
zugemüllt. Klassische nationalsozialistische Propaganda wurde
angereichert
mit absurden Theorien von einer innen hohlen Erde. Laut solcher Theorien
hat
die Erde am Nordpol und Südpol jeweils Löcher von 200 Kilometern
Durchmesser
Das Erdinnere wird dann von einer "Schwarzen Sonne" beleuchtet und
von
Nationalsozialisten bewohnt.
Schon vor dem 11. September wurde ein wüstes Gebräu diverser
antisemitischer
Verschwörungstheorien von durchgeknallten Esoterikern, klassischen
Holocaustleugnern, angeblich linken "Antiimperialisten", arabischen
Nationalisten
und von islamischen Fundamentalisten angerührt.
Über die Anschläge gegen das World Trade Center werden gerade
in der
arabischen Welt ganz absurde Verschwörungstheorien wie von den
USA oder dem
Mossad ferngesteuerte, angeblich entführte Flugzeuge verbreitet.
Aber auch klassische - eher europäische - antisemitische
Ritualmordlügen [Kiefer 2002] werden verbreitet . Die staatliche
saudische
Zeitung Al-Riyadh verbreitete in ihrer Ausgabe vom 10. März 2002
die
Behauptung, dass das Blut ritualgemordeter christlicher oder muslimischer
Kinder ein zwingend notwendiger Bestandteil jüdischen Feiertagsgebäcks
sei.
Nach heftigen Protesten insbesondere aus den USA, die sogar den Weg
in
deutsche Zeitungen gefunden hatten, hat sich der Herausgeber der Zeitung
für die Hetze entschuldigt, für diesmal...
Bei solcher und ähnlicher menschenverachtender Hetze stellt sich
die Frage
wie, da das notwendigeVertrauen für den Frieden in Nahost geschaffen
werden
kann.
Glauben die Leser dieser saudischen Zeitung wirklich an solche Lügen
oder
betrachten sie die Zeitung als eine Quelle von unterhaltsamen und gruseligen
Schauermärchen?
Im letzteren Fall verbessern sich die Chancen für einen Nahostfrieden...
In
den USA gibt es da z.B. die Weekly World News, die aufgemacht ähnlich
wie
eine Boulevardzeitung eigentlich nur erfundene Geschichten bringen.
Zum Beispiel eine Geschichte über rasierte Affenbabys, die von
einer
Adoptionsagentur als Menschenbabys verkauft wurden.
Vor einiger Zeit berichtete Weekly World News, dass Fidel Castro in
Kuba
Haie darauf dressiere, zu Badestränden in den USA zu schwimmen
und dort
unschuldige US-Bürger anzugreifen. Dies ist natürlich sofort
mit ein
bisschen Verstand als Schauermärchen erkennbar.
Trotzdem hat eine bekannte Zeitung, von dem der Volksmund sagt, man
dürfe
sie nicht schief halten, weil sonst das Blut rauslaufe, diese Lüge
mal als
seriöse Nachricht gebracht... Wenn allerdings die Leser dieser
Zeitung an
solche Geschichten glauben, dann ist es friedensgefährdende
antikommunistische Hetze...
Die Friedensbewegung sollte sich im Interesse ihrer eigenen Glaubwürdigkeit
an der Verbreitung von Verschwörungstheorien nicht beteiligen.
Achim Scheve
Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es im Internet unter:
www.gwup.org (Werkzeuge gegen Verschwörungstheorien)
www.idgr.de
www.memri.de
www.adl.org (Gut aber leider nur Englisch)
www.hagalil.com
www.weeklyworldnews.com
www.friedensbrief.de/0201info.html
Literaturhinweise:
Kiefer 2002: Kiefer, Michael, Antisemitismus in den islamischen
Gesellschaften - Der Palästina-Konflikt und der Transfer eines
Feindbildes.
Düsseldorf 2002, ISBN 3-9805861-2 X, Verlag: Verein zur Förderung
gleichberechtigter Kommunikation e.V.
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Andreas von Bülows Interview in der Jungen Freiheit
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Andreas von Bülow wurde vom Kölner Friedensforum - und auch
vorher vom Bund
demokratischer Wissenschaftler - ausgeladen, weil er der Wochenzeitung
Junge
Freiheit ein Interview gegeben hat. Was ist die Junge Freiheit eigentlich
für eine Zeitung und was für eine Bedeutung hat ein Interview
in diesem
Blatt?
Der Verfassungschutz (NRW) beobachtet die Junge Freiheit und behauptet
über
sie die folgenden Dinge...
Aber der Verfassungsschutz kann so vieles erzählen, wenn der Tag
lang ist,
und erzählt so vieles vom Pferd, z.B. böse Dinge über
Pazifisten, die gegen
die Kriege der Regierung sind. Und wie steht es eigentlich
mit der Ehre des Verfassungsschutzes?
Da erlaube ich mir mal als ehemaliger Aktivist des linken Kölner
Volksblattes auf einen Artikel im STERN [N. N. 1979] über eine
Zersetzungsaktion gegen die Sozialistischen Selbsthilfe Köln (SSK),
einer
Mitgliedsinitiative im Kölner Volksblatt. hinzuweisen. Die Aufarbeitung
der
Stasigeschichte ist gut und richtig, aber auch die Geschichte des
Verfassungsschutzes sollte endlich mal aufgearbeitet werden!
Der Verfassungsschutz hat einfach nicht genug Ehre um als Quelle zu
taugen...
Da informieren wir uns lieber bei Quellen, die über deutlich mehr
Ehre
verfügen.
Der Informationsdienst gegen Rechtsextremismus (IDGR) weist im Internet
auf
seinen Lexikonseiten auf die Versuche der Jungen Freiheit hin, in
Anlehnung an die "Konservative Revolution" der Weimarer Republik eine
"kulturelle Hegemonie" für rechtsextreme Positionen zu erreichen.
Auf einer
Antifaseite von www.free.de wird auf die besondere Bedeutung der konspirativ
agierenden Leserkreise der Jungen Freiheit hingewiesen, in denen u.a.
Diskussionen von Personen vom rechten Rand der CDU mit Personen von
verbotenen verfassungsfeindlichen Organisationen wie der FAP und Wiking
Jugend und natürlich auch NPD und JN stattfinden. In einem von
Kellershohn
herausgegebenen Sammelband [Kellershohn 1994] setzen sich acht Autoren
in
elf Aufsätzen mit dem völkischen Nationalismus der Jungen
Freiheit
auseinander
Im Gegensatz zu fast allen anderen Zeitungen und Zeitschriften werden
bei
der Jungen Freiheit nicht die inhaltlich-journalistischen Erfolge von
Vergangenheit und Gegenwart, sondern Interviewpartner und Autoren der
Jungen
Freiheit herausgestellt. Auf den Webseiten findet sich an herausragender
Stelle eine 16 !!! seitige Liste allein von Interviewpartnern der Jungen
Freiheit. Hier soll Ehre nach Rechts verschoben werden. In der Liste
der
Interviewpartner tauchen zunächst einmal die Vertreter der
klassischen
[neuen] Rechten auf wie z. B. Alain de Benoist, (Philosoph [der
französischen neuen Rechten]), Dr. Jörg Haider (Vorsitzender
der
Freiheitlichen Partei Österreichs), Steffen Hupka (Sprecher der
"Revolutionären Plattform" der NPD), Harald Neubauer (Mitherausgeber
der
Monatszeitschrift "Nation&Europa"), Sascha Wagner (JN-Landesvorsitzender
[NPD-Jugendorganisation] von Rheinland-Pfalz).
Auch die folgenden Interviewpartner brauchen dringend einen Ehrtransfer.
Dies gilt z.B. für Mehmet Erbakan (Generalsekretär der Islamischen
Gemeinschaft Milli Görüs), Abdallah Frangi (Leiter
der Palästinensischen
Generaldirektion in Bonn [also palästinensischer Botschafter]),
Jamal Karsli
(Ex-Grüner Landtagsabeordneter in NRW [Der trotz Möllemann
nicht in die FDP
durfte - und der die Grünen durch seinen mehr oder weniger freiwilligen
Austritt hoch erfreute...], Dr. Abdel Aziz Rantisi (Hamas-Mitbegründer).
In diesem Bereich ist ein ganz beachtlicher Mangel an Ehre zu beobachten
und
ein Ehrtransfer ist doch dringendst nötig. Deswegen sind die Mitarbeiter
der
Jungen Freiheit hinter ehrbaren Interviewpartner und Autoren her wie
der
Teufel hinter der armen Seele. Die einen sind willig wie Andreas von
Bülow
("nichts rechtsextremes gefunden") und die anderen werden mit gemeiner
List
überwunden und wehren sich redlich [Riewenherm 2001] gegen den
Versuch
der Ehrabschneidung. Hier hatte ein Mitarbeiter der Jungen Freiheit
sich
einen (extra?) schlechten Artikel von den Webseiten des
gen-ethischen-netzwerkes zusammen gekürzt und mit der Bitte um
Korrektur
an das gen-ethische Netzwerk geschickt. In der Hitze des Gefechts hatte
die
Fachzeitschriftenautorin Sabine Riewenherm beim Beseitigen der Fehler
nicht
auf Absender und Empfänger der E-Mail geachtet, und schon war
sie Autorin
eines Artikels in der Jungen Freiheit!!!!
Von der Jungen Freiheit wird übrigens auch Michel Friedmann (hier
noch
aufgeführt als Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Frankfurt
und
Stadtverordneter der CDU Frankfurt am Main) aufgeführt.
Es wäre mal ganz interessant zu wissen, warum Michel Friedmann
als Interviewpartnner der Jungen Freiheit angeführt wird...
Achim Scheve
Literaturhinweise:
N. N. Dein Freund, der Spitzel, STERN Heft Nr. 8 Jahrgang 1979,
Seite 58ff
Wie die Terroristenfahnder vom Kölner Verfassungsschutz Spitzel
anheuern und
was sie dabei so alles erfahren wollen - über Heinrich Böll
und alte Damen,
Sozialarbeiterinnen und auch den STERN Ein Bericht von ***
"... Einen halben Tag wurde er nun über sein neues Zielobjekt aufgeklärt:
die "Sozialistische Selbsthilfe Köln" (SSK). Dieser Verein kümmert
sich um
um Gestrauchelte aller Art und ist beteiligt an einer Lokalzeitung,
die
allen Behörden gleichermaßen auf die Nerven geht,
dem "Kölner Volksblatt"...."
Kellershohn, Helmut: Das Plagiat, Der völkische Nationalismus der
Jungen
Freiheit, 1994, 340 Seiten, 34 DM, ISBN 3-927388-44-0
Riewenherm, Sabine: Junge Freiheit? Shit happens! Stellungnahme der
GID-Redakteurin Sabine Riewenherm zum Abdruck eines Beitrages in der
Jungen Freiheit April 2001, Presseerklärung
Weitere Informationen zu diesem Artikel gibt es im Internet unter:
www.koelner-volksblatt.de.vu
www.idgr.de
www.free.de
www.uni-duisburg.de
www.gen-ethisches-netzwerk.de
www.friedensbrief.de/0201info.html
Die Weltsicht der rechtsextremen Zeitung "Junge Freiheit" nach dem
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11.September
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Vortrag von Helmut Kellershohn in Köln am 10. 9. 2002
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Im Frühjahr hat das Friedensbildungswerk eine Veranstaltung abgesagt,
weil
der Referent kurz zuvor der "Jungen Freiheit" ein Interview gegeben
hatte
und sich nicht vom Inhalt des Interviews oder der Zeitung distanzierte.
Was für eine Zeitung ist die "Junge Freiheit"? Wer steckt dahinter?
Die
Zeitung gilt als ambitioniertes Projekt in der rechten Szene und ist
weniger
plump und krawallmäßig als etwa die "Nationalzeitung". Menschen
aus der
politischen Mitte werden als Autoren oder Interviewpartner umworben,
manche
fallen auf das Blatt herein.
Helmut Kellershohn vom Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung
hat sich mit der Zeitung, ihren Inhalten, ihrer Botschaft beschäftigt;
er
deckt ihre Traditionen und Argumentationsmuster auf.
Di 10.9. , 19.30 -22.50 Uhr
Alte Feuerwache, Großes Forum
Melchiorstr.3
50670 Köln
(Nähe Köln-Hansaring(S)(U)
Unkostenbeitrag 3 Euro
Weitere Infos unter:
www.friedensbrief.de/0201info.html
www.friedensbildungswerk.de
www.bahn.de (Fahrpanauskunft)
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Kalte Spur zur Stasi
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frisch aufgewärmt.durch Andreas von Bülow
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Antisemitische und nazistische Schmierereien an Synagogen
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und Friedhöfen in Köln.
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Berlin schaut auf Kölns Vergangenheit
Bis zum 9. April 2002 präsentierte das Deutsche Historische Museum
zu Berlin
eine Ausstellung zum Holocaust.[1] Zeitgleich mit dem bis nach Berlin
stinkenden Kölner Müllofen-Skandal sahen in der Touristenmetropole
Hunderttausende in- und ausländische Besucher hässliche Bilder
und
Nachrichten aus der Kölner Nachkriegsvergangenheit: Hakenkreuze
und
judenfeindliche Parolen schrien den Betrachter von der abgebildeten
Wand
eines jüdischen Sakralbaus an.[2] Die Ausstellungstafeln im Kapitel
'DER
UMGANG MIT DEM HOLOCAUST IN DEUTSCHLAND NACH 1945'
dokumentierten den zu Weihnachten 1959 verübten Anschlag auf die
erst
wenige Wochen zuvor im Beisein von Bundeskanzler Adenauer feierlich
neu eröffnete Kölner Synagoge; ein Denkmal für die Opfer
des
NS-Terrors [3] hatten die Täter mit Farbe überschüttet.
Die Polizei
ermittelte damals innerhalb weniger Stunden die 23 und 25 Jahre alten
Kölner Mitglieder der rechtsradikalen Deutschen Reichspartei (DRP)
Schönen und Strunk als Täter[4]. Die Täter erhielten
14 bzw. 10 Monate
Gefängnis.[5].
Die Foto -und Pressedokumente kommentierten die Ausstellungsmacher so:
"Weltweiten Befürchtungen vor einem neuen Judenhass in
Deutschland begegnete Bundeskanzler Konrad Adenauer mit Ankündigungen
harter
Bestrafungen und Maßnahmen gegen den Rechtsextremismus. Wie viele
andere
Politiker neigte jedoch auch Adenauer mit dem Hinweis auf die
Einzeltäterschaft dazu, antisemitische Schmierereien als
>>F l e g e l e i e n ohne politische Grundlage<<
zu bagatellisieren"[6]
In der Folge dieser Ereignisse kam es in ganz Deutschland - aber auch
im
Ausland - zu einer Welle von antisemitischen Übergriffen und Schändungen
jüdischer Einrichtungen. Im Vorfeld einer anstehenden Viermächtekonferenz
zu
Deutschland belasteten diese Ereignisse und deren Wirkung die
außenpolitische Position Deutschlands erheblich. Dass die Nachfolge-Täter
fast ausschließlich der jungen Generation angehörten, löste
im In- und
Ausland Empörung und Besorgnis aus: In- und ausländische
Stimmen brachten
zudem zur Sprache, dass ehemalige hochrangige, auch schwerster Verbrechen
beschuldigter Nazis, die wieder höchste staatliche Ämter
in Westdeutschland
bekleideten, der deutschen Jugend kaum zum Vorbild gereichen konnten.[7]
Die Einstufung der Taten als 'Dumme Jungen-Streiche' trug nicht zur
Beschwichtigung der Weltöffentlichkeit bei, im Gegenteil forderte
dies doch
peinliche Nachfragen zu Erziehung und Schule im nachnazistischen Deutschland
heraus. In dieser Situation griffen Adenauer und einige seiner Minister
die
von der DRP lancierte Lesart über kommunistische Hintermänner
aus Ostberlin
auf.[8]
Kölner auf Heizelmännchensuche
Während in Frankreich und Belgien wieder Synagogen zerstört
und jüdische
Friedhöfe geschändet wurden, fand am 12.3.2002 in Köln
eine Veranstaltung
mit Buchautor Dr. Andreas v. Bülow zum Thema "Terror und
Geheimdienste in
der Weltpolitik"[9] in einem Veranstaltungssaal der evang. Christuskirche
statt. Im Verein mit dem Kölner Friedensforum, einem Verbund örtlicher
Friedensgruppen, hatte das Friedensbildungswerk Köln (FBK) dafür
geworben
und Bülows Offenbarungslehre so kolportiert:
"es geht bei der geheimdienstlichen Tätigkeit um verdeckte Aktionen,
mit denen die Entwicklung befreundeter wie feindlicher Staaten
g e s t e u e r t wird".[10]
Nachdem ihn der 'Bund demokratischer Wissenschaftler' bei einer Tagung
ausgeladen hatte, machte auch das FBK und das Kölner Friedensforum
offiziell
einen Rückzieher und sagte die Veranstaltung ab. Grund für
die offizielle
Absage war, dass Bülow der sich selbst frech als "rechtskonservativ"
bezeichnenden Berliner Wochenzeitung "Junge Freiheit"(Abk.: JF)[11]
ein
Interview gewährte, das im Februar 2002 erschienen war.
Moritz Schwartz von der JF hatte dort dem Geheimdienstspürhund
Bülow im
Interview u.a. folgenden Ball zugeworfen:
"1959 tauchten in Köln
Hakenkreuzschmierereien auf, die bundesweit
für große Bestürzung sorgten, der jungen Bundesrepublik
international den
Ruf eines faschistisch-faulen Kerns ein-brachten, und die Deutschen
erneut
in große moralische Zweifel über ihr Land stürzten.
H e u t e w i s s e n
w i r, e s w a r d i e S t a s i ."
'Andreas von' bülowte zurück:
"Die Stasi hatte ihre Verbindungsleute
in der NPD(?!). Sie hatte
zumindest Kreisvorsitzende in der Hand, ob sie bis in den Bundesvorstand
vorgedrungen ist, weiß ich nicht, ich kann es mir aber gut vorstellen.
Hakenkreuzschmierereien, zum Beispiel auf jüdischen Friedhöfen,
sind für
einen guten Geheimdienst quasi "auf Bestellung" zu bekommen." [11a]
Einen Aktivisten aus dem Umkreis des Kölner Friedensforum hinderte
dies alles nicht daran, die Veranstaltung als Privatveranstalter
durchzuführen und den Publikumsmagneten Bülow mit Wolfgang
Korruhn,
einem bekannten Moderator des WDR, in den Ring steigen zu lassen.
In der zahlungsmäßig sehr erfolgreichen Veranstaltung wurde
Bülow
weder von Korruhn noch von Zuhörern zu diesen Behauptungen gefragt
oder gar kritisiert. [12]
Deutsche Zeitgeschichtsforschung
Licht und Schatten
War die von Köln aus auch auf andere Länder Westeuropas rüberschwappende
Welle der Friedhofschändungen und Schmierereien an der Kölner
Synagoge zu
Heiligabend 1959 letztlich das Werk des Stasi-Auslandsdienstes?
Hatten die Macher der Ausstellung im Deutschen Historischen Museum
die
Rehabilitierung der Kölner Nachkriegsgeschichte hintertrieben
anstatt sich
in Bibliothek und Aktenarchiv in der nur 1000 Meter entfernten Behörde
der
Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen (BStU) darüber
kundig zu machen,
und dann an den Ausstellungstafeln auf die Stasiurheberschaft hinzuweisen?
Ums kölsche Herz wäre es mir leichter, das immer weltoffene
und tolerante
Köln wieder ein Stückweit reingewaschen zu sehen!
So begann meine bis heute andauernde Suche nach dem entlastenden Beleg.
Woher nur hatte der Moritz von der JF sein gesichertes Wissen? Meine
schriftliche Anfrage an ihn blieb unbeantwortet. Wohlmeinende kritische
Linke, die ebenfalls von der Stasi-These ausgehen, wollen mich auf
Spur
bringen; der deutschnationale und jüdische Professor der
Bundeswehrhochschule
München Wolffsohn hätte dies doch enthüllt:
"Heute wissen wir: Der Pinsel
der Schmierfinken wurde von Stasi, KGB
und anderen kommunistischen Geheimdiensten gelenkt" [13].
Aber leider fand sich bei ihm kein Beleg für Stasi-Heinzelmännchen
aus
Cölln-Ost-Berlin. Im Gegenteil:
"Der ehemalige Präsident
des bundesdeutschen Verfassungsschutzamtes
hat es in seinen Memoiren sogar b e s t r i t t e n"!
entrüstet sich Wolffsohn. Seine Vermutung, dass Nollau, "bekanntlich
ein
Intimus von Herbert Wehner" den Nachweis für die - von Strauß
und Adenauer
erwünschte - Stasi-Urheberschaft sabotiert habe - und nur pro
forma "alle
s e i n e geheimen Vertrauensleute bei der KPD" ohne Ergebnis
darüber
befragen ließ [14], ist selbst für mich Kölsch-Liebhaber
zu wässerig, um das
zu schlucken. Wolffsohns unterschwellige Unterstellungen gegen den
ehemaligen hohen KPD-Funktionär und in der jungen BRD dann gnadenlosen
Kommunistenhasser Wehner sind umso abstruser, weil dieser selbst öffentlich
der Möglichkeit der Anstiftung aus dem Osten das Wort redete.[15]
Nächster Tipp an mich: "Schau mal bei den ehemaligen Stasi-Größen
nach!" Die
Veröffentlichungen von Markus Wolf gaben aber nichts her[16].
Wäre doch zu
schön, wenn der Wolf als Leiter der Auslandstasi mit jüdischer
Herkunft die
Synagogenschändung eingefädelt hätte. Kollege Bohnsack
brachte auch nichts.
[17]
Aber die professionellen Stasiforscher müssten doch zwischenzeitlich
die
Stasi-Archive durchpflügt haben.Wenn, dann wird es Hubertus Knabe
wissen:
Er war doch 1992 bis 2000 in der Forschungsabteilung des Bundesamtes
für die
Stasi-Unterlagen (BStU) tätig und erstellte einen Bericht für
die
Enquete-Kommission des Dt. Bundestages: Ganz im Sinne Bülows stellt
er im
Vorwort zu einem seiner Stasi-Bücher vollmundig die These
von der
"zweiten geheimdienstlichen Dimension der westdeutschen
Nachkriegsgeschichte" auf. [18]
Unter der Überschrift FINGIERTER ANTISEMITISMUS heißt es,
"ein entsprechender Verdacht wurde zum
ersten Mal geäußert, als zur
Jahreswende 1959/60 eine Serie derartiger Vorfälle die Reputation
der jungen
Bonner Republik erschütterte." [19]
Aber dann die kalte Dusche:
"Schriftliche Beweise für
eine Beteiligung des
Staatssicherheitsdienstes an den antisemitischen Schmieraktionen wurden
bis
heute nicht gefunden. [20]
Dä!
Hoffnungsanker
Kölner Heimatgeschichtsschreibung
Der Zorn auf die Stasi, die Köln das antat, erhöht nur meinen
Fahndungsdruck: Auf der Suche nach echtem Belastungsmaterial führe
ich eine
Hausdurchsuchung durch: In der Kölschabteilung meiner Bibliothek
werde ich
fündig. Der Kölner Stadtanzeiger berichtete über einen
Besuch des mit der
Sache befassten Staatsanwaltes und des Richters an meiner Schule zu
Jahresbeginn 1960:
"W i e z u e
r w a r t e n , kam gleich zu Anfang die Rede auf
mögliche Ostkontakte der beiden Täter Schönen und Strunk.
Staatsanwalt
Maier-Bode S C H L O S S diese Annahme nach den Ermittlungsergebnissen
durch
Kontaktleute in der Zone A U S."[21]
Wie schade! Dabei war doch das beherrschendes Moment der Schuldiskussion
die
Sorge um den guten Ruf Deutschlands in der Weltöffentlichkeit:
"Der Antisemitismus schürt den A N T I G E R M A N
I S M U S in der
Welt",[22]
schärfte der Staatsanwalt der versammelten Schülerschaft,
die wohl als
potentielle Nachahmertäter angesehen wurde, ein. Der doch tatsächlich
mit
"KREDIT IN GEFAHR" überschriebene Abschnitt schloss mit der besorgten
Frage:
'Ein gefundenes Fressen für die Sowjets?'
Vielversprechend ist der Fund in meinem Lieblingsjournal 'Geschichte
in
Köln'[23]: Der Beitrag von Juliane Schwibbert stellt ohne Wertung
und
Spekulation nüchtern-deskriptiv die Hintergründe zu den weihnachtlichen
Ereignissen dar: Der Hintergrund der Täter ist auch heute für
eine derartige
politische Ausrichtung nicht untypisch: Beide sind am Heimatort (hier
Köln)
geboren. Der eine ist trotz Bäckerabschluss als Arbeiter, der
andere mit
gescheiterter Schullaufbahn im Handelsbetrieb seines Vaters tätig.
Kleinkriminelle Karriere: Betrügereien und Diebstähle. Strunk
"las regelmäßig
den 'Reichsruf'und besaß eine umfangreiche
Bibliothek nazistischer und antisemitischer Schriften, u.a. Hitlers
'Mein
Kampf'... und die Schallplattenserie 'Speeches and songs of Nazi-Germany'.
Außerdem fand die Polizei bei der Durchsuchung seiner Wohnung
eine Pistole,
für die Strunk keinen Waffenschein besaß.[24].
Obwohl die ermittelnde Sonderkommission " z u m i n d e s t eine geistige
Urheberschaft der DRP als bewiesen" ansah[25], wies der Vorsitzende
Richter
in der Urteilsbegründung die vielfach verbreitete Vermutung, dass
die beiden
Täter durch Hintermänner gesteuert waren, als unbestätigt
zurück.[26] Die
Drahtzieherthese aus dem Osten behandelt die Magisterarbeit von Juliane
Schwibbert im Hinblick auf Bemühungen und Motive von Teilen der
deutschen
Politik zu deren Propagierung.[27]. Ihre damalige Anfrage an Michael
Wolffsohn, seine schon in der 'Süddeutschen' vom 14./15.12.1991,
Nr. 288
aufgestellte Behauptung
"Heute wissen wir, daß Stasi und KGB diese Aktion steuerten"
quellenmäßig zu belegen, ergab leider nichts! [28]
Also, ran an die neueste Heimatgeschichtsschreibung: Gespannt bin ich
auf
den Westfalenflüchtling und Wahlheimat-Schriftsteller Dr. Martin
Stankowski,
der dem tumben Rheinländer so gerne Geschichtsunterricht erteilt.
Aber auch
hier peinliche Fehl-Anzeigen.[29]
Bei der weiteren Literatursichtung stoße ich auf Belastungsmaterial,
auf das
ich gar nicht aus bin.[30] - Auf die in den 50iger Jahren vergeblichen
Bemühungen der jüdischen Gemeinde, die zerstörten jüdischen
Friedhöfe wieder
mit Hilfe der Kölner Stadtverwaltung zu restaurieren, - auf die
62
zertrümmerte Grabsteine auf dem Deutzer Friedhof 1983, auf
Hakenkreuzschmierereien am "Tag der Niederlage" 8. Mai 1985 am jüdischen
Friedhof zu Köln-Mülheim, zeitgleich mit Bundespräsident
Weizsäckers
"Befreiungsrede" vom NS, die im In-und Ausland überschwänglich
gelobt
wird.[31] Und außer einer peniblen Auflistung von Schändungen
in Köln und
NRW wieder kein Hinweis auf die Westarbeiter der Stasi.[32]
Ein dünner Hoffnungsstrahl war mir noch geblieben:
"Diese Ereignisse machten
die Schatten der Vergangenheit deutlich,
auch wenn sich bis heute die Gerüchte halten, dass die Schmierereien
an der
Synagoge von der Stasi der DDR geplant worden seien."
schreibt neuerdings der Historiker Werner Jung in seinem auflagenstarken
Kölner Geschichtsbuch über das sagenumwobene Weihnachtsfest
zu Köln. [33].
Vielleicht waren ihm ja Zeugen vom Hörensagen zu Ohren gekommen,
welche
Licht in die dunkle Stasivergangenheit hätte bringen können.
Aber auch er
hatte seine Information aus dem Buch von Michael Wolffsohn gesaugt.
Dä; so
beißt sich die Katze in den Schwanz.
Wir trösteten uns auf gut kölsch damit, dat et good su gewäse
sinn künnt.
Und wahr sei ja nun mal, dass es das Stasi-Gerücht gäbe!
Vorerst legt mir das vom Ober-Rheinländer Kohl erstrittenes Urteil,
das die
wissenschaftliche Erforschung der Stasi-Hinterlassenschaft erheblich
erschwert, ein Fahndungsstopp nahe.[34] Die Täter Struck
und Schönen bzw.
deren Nachfahren könnten ja auch eine Verletzung ihrer Persönlichkeit
und
ihrer Urheberschaftsrechte erleiden, wenn herauskommt, dass diese nur
Stasi-Puppen gewesen sein sollen. Zu allem Überfluss ist das Bundesamt
im
Mai aus dem Stasibau ausgezogen. Wer weiß denn, was die Birthler
alles in
den jetzt verschlossenen Gemäuern zurückgelassen hat?
Ob sich doch noch in der Stasizentrale in der Glinkastrasse zu Ost-Berlin
ein Persilschein verbirgt, wenn unsereiner nur weiter dort rumforschen
könnte - darum werden wir Kölner womöglich für
immer betrogen.
Gerd Brogi, Köln
Weitere Informationen, insbesondere sehr sehr ausführliche Literaturhinweise
und Anmerkungen finden sich im Internet unter:
www.friedensbrief.de/0201info.html
Editorische Hinweise
Alle gesperrt gesetzten Hervorhebungen in Zitaten sind vom Autor - G.B.
Gerd Brogi ist Mitglied der DFG-VK Köln. Seine Staatsexamensarbeit
schrieb
er über Anfänge der nationaljüdischen Bewegung im Rheinland
bei Prof. Dr.
Peter Burian Historisches Seminar der Uni Köln.
Vor Nachdruck und Vertrieb des Artikels aus dem Friedensbrief und der
Anmerkungen von der Webseite www.friedensbrief.de/0201info.html sowie
ein
paar weiteren Dokumenten ist eine Vereinbarung mit dem Autor erforderlich.
Bitte vorherige Rücksprache mit gerdbrogi@netcologne.de
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