Friedensbrief Nr. 2002/01 vom 19. 08. 2002 -
Weitere Informationen
Willkommen beim Friedensbrief!
Hier gibt es weitere Informationen zur
Ausgabe Nr. 2002/01 vom 19. 08. 2002.
Ein paar direkte Links erleichtern das Suchen und ausserdem gibt es noch
ein paar Literaturhinweise für Bibiliotheksbesucher,
die dort noch andere Informationsquellen als die Internetterminals
anzapfen. Es soll dort noch Bücher und Zeitschriften geben...
Editorial: Thema Verschwörungstheorien
Zu den Verschwörungstheorien der Arbeiterfotographie zum 11. September 2001
geht es hier:
http://www.arbeiterfotografie.com/galerie/kein-krieg/hintergrund/index-taeter-3.html
Inzwischen hat die Arbeiterfotografie nach dem Erscheinen des
Friedensbriefes noch mit ein paar neuen Verschwörungstheorien
nachgelegt...
Der Friedensbrief hat natürlich bereits über den 11. September
berichtet:
http://www.friedensbrief.de/0101text.html
und unter
http://www.friedensbrief.de/0102text.html
Friedensbewegung im Nebel zwischen Verschwörungen und
Verschwörungstheorien
Die Hintergründe des angeblichen Überfalls auf den Sender
Gleiwitz werden hier beschrieben.
http://www.h-ref.de/dk/krieg/polen/gleiwitz/gleiwitz.shtml
Eine wütende Satire auf dreiste Holocaustleugner ist die Satire mit der
Bielefeldverschwörung.
http://www.fachschaften.uni-bielefeld.de/~fsmathe/mathinfos/ws96/bi/bi.html
Ähnlich dreist waren die Lügen mit denen diverse Holocaustleugner
damals Diskussionsgruppen im Internet zumüllten.
Hier gibt es ein paar Infos über den schwer esoterisch angehauchten Teil der
rechten Bewegung in Deutschland. Wie krank sind diese Leute wirklich?
http://www.idgr.de/texte-1/esoterik/helsing/helsing-faq.html
http://www.idgr.de/lexikon/bio/m/marzahn-norbert/marzahn.html
http://www.idgr.de/texte-1/katechismus/enzykl.html
http://www.idgr.de/texte-1/esoterik/rothkranz/rothkranz.html
Hier gibt es Informationen über neue und alte
Verschwörungstheorien nach dem 11. September 2001:
http://www.memri.de/uebersetzungen_analysen/themen/antisemitismus/as_neuer_mythos_08_01_02.html
Der Buchautor Michael Kiefer ("Antisemitismus in den islamischen
Gesellschaften. Der Palästinakonflikt und der Transfer eines
Feindbildes". Verein zur Förderung gleichberechtigter
Kommunikation, Düsseldorf 2002, 14.90 Euro) hat in der
TAZ vom 3. 6. 2002 auf Seite 14 einen Bericht über die
Entstehung des Antisemitismus in den islamischen Ländern
geschrieben.
Unter dieser URL kann man den Text lesen.
http://www.taz.de/pt/2002/06/03/a0175.nf/textdruck
Hier berichtet MEMRI über die Ritualmordlügen in der saudischen Zeitung
Al-Riyadh:
http://www.memri.de/uebersetzungen_analysen/themen/antisemitismus/as_purim_15_03_02.html
Die saudische Zeitung hat sich immerhin entschuldigt...
http://www.memri.de/uebersetzungen_analysen/themen/antisemitismus/as_purim_25_03_02.html
Andreas von Bülows Interview in der Jungen Freiheit
Der Informationsdienst gegen Rechtsextremismus (IDGR) weist auf
seinen Lexikonseiten im Internet auf die Versuche der Jungen Freiheit hin in
Anlehnung an die "Konservative Revolution" der Weimarer Republik eine
"kulturelle Hegemonie" für rechtsextreme Positionen zu erreichen.
http://www.idgr.de/lexikon/stich/ij/jungefreiheit/jungefreiheit.html
Auf einer Antifaseite von
free wird auf die besondere Bedeutung der
konspirativ agierenden Leserkreisen der Jungen Freiheit hingewiesen, in denen
u.a. Diskussionen von Personen vom rechten Rand der CDU mit Personen von
verbotenen verfassungsfeindlichen
Organisationen wie der FAP und Wikingjugend und natürlich
auch NPD und JN stattfinden.
http://www.free.de/antifa/nrw/mai95/jf-lesek.html
Über die Junge Freiheit ist bereits ein Buch erschienen.
http://www.uni-duisburg.de/DISS/Veroeffentlichungen/Titel/Plagiat.htm
So hat die Junge Freiheit schon mal eine Autorin für die Junge Freiheit
eingefangen.
Stellungnahme der
GID-Redakteurin Sabine Riewenherm zum Abdruck eines Beitrages in der Jungen
Freiheit
April 2001
Junge Freiheit? Shit
happens!
Die rechtspopulistische Zeitung "Junge Freiheit"
hat es geschafft, uns einen Beitrag abzuluchsen. Der Trick war einfach und hat
leider funktioniert: Aufgeregter Anruf beim Gen-ethischen Netzwerk. Was sagt das
GeN zur Gentechnik am Menschen, der Text wird innerhalb der nächsten zwei
Stunden gebraucht. Der Anruf wird weitergegeben an die GID-Redakteurin Sabine
Riewenherm: "Irgendein Journalist will was zur Gentechnik wissen", eine
Routine-Anfrage. Ohne nachzufragen, um welche Zeitung es sich handelt, weist sie
die Anfrage ab keine Zeit. Der Vorschlag des "verzweifelten" Journalisten:
Er will etwas zusammenkürzen, aus den Internet-Seiten des GeNs. Dagegen läßt
sich schwerlich etwas sagen, das machen viele, die meisten fragen gar nicht erst
nach. Eine Stunde später kommt eine Mail ob der Text so in Ordnung sei.
Ist er nicht, er ist schlecht, und so wird er redaktionell "gebügelt". Dann
"reply" drücken - und Feierabend. Die Erkenntnis kam jäh abends auf einem
Konzert, die Mail-Adresse zog am inneren Auge vorbei: Nicht die Junge Welt war
es, es war die Junge Freiheit! Früh am nächsten Tag Faxe, Anrufe, Emails
der Text wird nicht zum Abdruck freigegeben. Die kühle Antwort: Die Zeitschrift
sei schon gedruckt, da sei nichts mehr zu machen. Der zuständige Redakteur besaß
sogar die Frechheit, kurz darauf in aller Freundlichkeit anzurufen, ob denn die
Belegexemplare wohlbehalten bei uns angekommen seien. Ja, das sind sie. Und noch
etwas ist angekommen: Wir müssen unser internes Kommunikationssystem verbessern
- und vor allem trotz hektischem Büroalltag mehr noch als bisher aufpassen,
nicht vereinnahmt zu werden.
http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/presse/pm0104.html
Weitere Informationen zu diesem Artikel gibt es im Internet unter:
Kalte Spur zur Stasi
frisch aufgewärmt durch
Andreas von Bülow
Antisemitische und nazistische
Schmierereien an Synagogen und Friedhöfen in Kön
Gerd Brogi, Köln
Anmerkungsapparat
[1] Kay KUFEKE, in: Katalog
zur Holocaust-Ausstellung: Berlin 2001. Hier:
DER UMGANG MIT DEM HOLOCAUST IN
DEUTSCHLAND NACH 1945, S. 239-304. Der
Katalog ist in der Germania Judaica/
Zentrale Stadtbücherei Köln-Neumarkt
ausleihbar.
[2] In weißer Farbe
geschmiert: "Deutsche fordern: Juden raus" und
Haxenkreuz-Male. Die
Bilddokumente stammen z.T. aus dem Historischen
Archiv
Köln.
Grundlegend zu den Kölner Ereignissen: SCHWIBBERT,
Juliane, Die Kölner
Synagogenschmierereien Weihnachten 1959 und die Reaktion
in Politik und
Öffentlichkeit. In: Geschichte in Köln (GiK), Jg. 1993, Heft
31. S.73-96.
Der Aufsatz basiert auf der Magister-Arbeit von Juliane Lange
(id est
Juliane Schwibbert) bei Prof. Dr. Eberhard Kolb, Hist. Sem. der Uni
Köln.
Sie ist in der 'Germania Judaica' im Gebäude der Zentralbibliothek der
Stadt
Köln hinterlegt.
Werner BERGMANN legt in seiner gerade heute
lesenswerten Darstellung das
Gewicht auf den öffentlich-medial-politischen
Konflikt: Ders.:
Antisemitismus als politisches Ereignis. Die antisemitische
Welle im Winter
1959/60. In: Antisemitismus in der politischen Kultur nach
1945, Opladen
1990, Westdt. Verlag, S.253-275.
- Die Ursachenverfälschung
bzgl dieser Ereignisse dauert bis heute an. Dabei
schließt sich der Verfasser
der in Folge dieser Ereignisse und deren
Missbrauchs geäußerten These von
SPD-MdB ARNDT an, dass der Antikommunismus
in den Fünfziger Jahren die
Ersatzideologie für den Antisemitismus
darstellt. Vhdl. d. Dt. Bundestages 3.
Wahlperiode , Stenogr. Bericht,103.
Sitzung v.18.02.1960. DB S. 5606. Der
Umkehrschluss, dass nach dem völligen
Verschwinden des Kommunismus das
Judentum wieder als Antipol für die
Gesellschaft zu reüssieren vermag, liegt
nahe, ist aber nicht zwangsläufig.
[3] Die Schändung am Mahnmal vom
Hansaring, wo der zweite Satz der Inschrift
"Dieses Mal erinnert an
Deutschlands schandvollste Zeit" schwarz übermalt
wurde, fiel erst am Zweiten
Weihnachtsfeiertag auf. SCHWIBBERT, GiK, S.74.
[4] SCHWIBBERT (GiK) gibt
das Tatalter von Strunk auf S.74 richtig mit 23
Jahren; S.75 aber sein
Geburtsjahr mit '1934'an. Richtig ist 1936. Dieser
offensichtliche
Druckfehler pflanzt sich im Schrifttum ärgerlicherweise
fort. Siehe Anm. 30
u. 32
[5] In der Strafzumessung für die mehrfach vorbestraften Täter
waren sieben
weitere von ihnen verübte Straftaten aus dem Jahr 1959 mit
neonazistischem
Hintergrund eingeflossen und bei Strunk auch der Verstoß
gegen das
Waffengesetz. Obwohl die Täter geständig waren, ließen sich die
Justizorgane
betont viel Zeit bis zum Prozessbeginn am 5. Februar.
Zum
Vergleich: Die unbescholtene Beate Klarsfeld - sie spürte den
'Schlächter von
Lyon' Klaus Barbie in Bolivien auf - erhielt 1968 von einer
Art
Schnellgericht erstinstanzlich ein Jahr Gefängnis, weil sie dem
CDU-Politiker
Kiesinger wegen seiner Tätigkeit im Dienste des
nationalsozialistischen
Regimes eine Ohrfeige gab.
[6] KUFEKE; GiK, S.268
[7] u.a.
Oberländer, Globke und später Kanzler Kiesinger.
[8] BUNDESREGIERUNG
(Herg): Die antisemitischen und nazistischen Vorfälle.
Weißbuch und Erklärung
der Bundesregierung. Die DRP selbst stand unter dem
Druck eines drohenden
Parteiverbotes. Vgl. SCHWIBBERT S. 90, die darauf
hinweist, dass die
Bundesregierung in ihrem Weißbuch den Mutmaßungen über
eine kommunistische
Steuerung sechs Seiten, der rechtsextremen Spur eine
Seite
widmete.
[9] 'Im Namen des Staates. CIA, BND und die kriminellen
Machenschaften der
Geheimdienste'1998. ANDREAS von BÜLOW war von 1969
bis 1994
SPD-Bundestagsabgeordneter, von 1976 bis 1980 Staatssekretär
im
Bundesverteidigungsministerium und von 1980 bis
1982
Bundesforschungsminister. Heute arbeitet er als Rechtsanwalt in
Bonn.
Einiges Renommee in Teilen der Friedensbewegung erlangte er Anfang der
80er
mit der Propagierung des Konzepts der
"strukturellen
Nichtangriffsfähigkeit".
[10] FBK-Programm 1/2002 ,
S.7.
[11] Der Online-Auftritt der JF bot bis vor kurzem über das frei
zugängliche
Online-Archiv eine direkte Verlinkung zur NPD-Propaganda!
...
. In einem Leserbrief an die
Frankfurter Rundschau, schreibt der selber
mit seinem Gerede von der
Fremdsteuerung neonazistischer Aktivitäten in
Deutschland rechtes
Gedankenfutter liefernde Bülow, die "mir zugesandten
Belegexemplare der
JUNGEN FREIHEIT vom 1. und 8. Februar lassen eine
VERFASSUNGswidrigkeit auch
nicht im Ansatz erkennen". Und bei der
Veranstaltung am 12. März in Köln
wiederholte er laut JF, er habe "nichts
Rechtsradikales in der Zeitung
entdecken können". JF-Presserklärung vom
05.Juni 2002: "Als prominenter
Neu-Unterzeichner kam der
SPD-Geheimdienstexperte Andreas von Bülow,
Bundesforschungsminister a. D.,
Autor des Buches "Im Namen des Staates
CIA, BND und die kriminellen
Machenschaften der Geheimdienste" (Piper
Verlag), hinzu."
Das sich einen
pseudointellektuellen Anstrich gebende Wochenblatt jammert
allwöchentlich
übers "Establishment". Die Klage über den angeblichen Zwang
zur politischen
Korrektheit durchzieht zäh die Seiten. Andererseits
distanziert sich das
Blatt in einer widerlichen Mischung aus Heuchelei und
Hosenscheißertum
ausdrücklich und mehrfach von Äußerungen ihres
Interviewpartners Karsli -
eine für eine Zeitung völlig unübliche
Vorgehensweise.
[11a] JF 06/02
vom 01.Februar 2002: "Der Staat geht zu weit,Andreas von
Bülow,
Bundesminister a.D. und Geheimdienstexperte, über den V-Mann-Skandal
des
Verfassungsschutzes. Moritz Schwarz.
V. Bülow wirft hier DRP und
Nachfolgepartei NPD, die erst 1964 entstand,
durcheinander. Sein Unvermögen,
historische Fakten mit dem Zeitablauf immer
richtig zusammenzubringen, ist
auch in seiner Buchveröffentlichung
auffällig.
[12] Der Verf.
konnte - von der Veranstaltungsabsage ausgehend - wie auch
andere nicht
daran teilnehmen.
[13] WOLFFSOHN, Michael, Die Deutschlandakte. Juden und Deutsche in Ost
und
West; Tatsachen und Legenden München 1995 Ed. Ferenczy bei Bruckmann,
S.19.
[14] ebenda
[15] Der Architekt der Großen Koalition Herbert
Wehner ging nach Ansicht
seines neuesten Biographen sogar öffentlich
von DDR-Machenschaften aus:
Seine Äußerung vom 06.01.1960, im HR 21:45
Uhr
"solche und andere
Herausforderungen ... werden wir nur durchstehen
können, wenn wir unser
inneres demokratisches Gefüge in Ordnung bringen" <<
der eingeschobene
Nebensatz>> - "mögen sie angezettelt oder
gesteuert
sein von wem auch immer" <<sollte wohl darauf hindeuten,
dass er von der
Urheberschaft der SED bei einem Großteil der
Schmierereien ausging."
SPD-Pressemitteilungen und Informationen Nr. 2 vom
6.Januar 1960. Zit. n.
LEUGERS-Scherzberg, A. H.: Die Wandlungen des Herbert
Wehner. Von der
Volksfront zur Großen Koalition. Propyläen Berlin 2002,
S.235. Wehner machte
damit die Handlangerthese aus dem Osten auch in der
SPD-Anhängerschaft
hoffähig. Wehners Beschädigung durch die Erfahrungen
seiner kommunistischen
Jahre zeigte sich bald darauf auch in der Diffamierung
des Sozialistischen
Deutschen Studentenbundes als ferngesteuerte
Organisation: "Wo wir eine
fremde Loyalität feststellen, da schlagen wir zu,
da sind wir eisenhart".
(Zit. n. LEUGERS,S.236). Der SDS wurde als
Parteiverband 1961 aus der SPD
ausgestoßen und deren Mitglieder aus der
Partei entfernt.
[16] Der recht mitteilsame Markus WOLF war Leiter der
Hauptabteilung XV, die
den außenpolitischen Nachrichtendienst der DDR
umfasste. Ab 1956 wurde die
Abteilung in Hauptverwaltung Aufklärung (HV A)
des MfS umbenannt. Er war
1959 Stellvertreter des Ministers für
Staatssicherheit, trat 1986 von seinen
operativen Ämtern zurück und
veröffentlichte die Bücher IN EIGENEM AUFTRAG.
BEKENNTNISSE UND EINSICHTEN
1991;SPIONAGECHEF im geheimen Krieg.
Erinnerungen 1997;
Die KUNST der
Verstellung. Dokumente, Gespräche, Interviews 1998
[17] Günther BOHNSACK
/Herbert BREHMER, Auftrag Irreführung: Wie die Stasi
Politik im Westen
machte, Hamburg 1992. Bohnsack war erst ab 1966
Mitarbeiter der für "Aktive
Maßnahmen" zuständigen Abteilung X der HVA.
[18] Hubertus KNABE. Die
unterwanderte Republik. Die Stasi im Westen 2.
Aufl. München 2001. Ullstein
Taschenbuch. Knabe, der sein
Differenzierungsvermögen durch die Gleichsetzung
des KZ Dachau mit dem
ehemaligen Zuchthaus Hohenschönhausen in Ostberlin
offenbarte, verrührt die
PR-Anstrengungen der Stasi zur Bearbeitung der
westlichen Öffentlichkeit, -
z.B. die Fütterung von westlichen Presseorganen
wie Stern und Spiegel mit
echtem Belastungsmaterial über NS-belastete
ranghohe Personen mit einem von
der Stasi hinzugefügten Aktendeckblatt zu
Bundespräsident Lübke betreffenden
Dokumenten. Aktionsvorschläge und
Brief-Entwürfe der Stasi zur
Diskreditierung der BRD als antisemitisch werden
wie tatsächlich
durchgeführte Geheimdienstoperationen gewertet. Vgl. auch die
teilweise
inkonsistenten Darstellungen von Knabe in: Ders.: Die Stasi als
Problem des
Westens, aus Politik und Zeitgeschichte B 50/97, S3-16, hier S.11
f und
ders.: Westarbeit des MfS, 2. Aufl. Berlin: Links-Verlag 1999, hier S.
84 f
[19]ebda S.126. Anstatt die Katze endlich aus dem Sack zu lassen,
erwähnt er
nur die altbekannte Tatsache, dass überall in Deutschland 470
derartige
Vorfälle registriert wurden! Und außer der naiv erscheinenden
Behauptung,
dass sowohl der alte Fuchs Adenauer als auch die bedrängte DRP
wirklich
daran geglaubt hätten, dass die kommunistische Seite dahinterstecke
und der
Verweis auf sich anbiedernde KGB-Überläufer, die in den Siebzigern
die
Verantwortung des Ostens für die Vorfälle pauschal reklamieren hat er
nichts
zu bieten. Siehe Dudek; Jaschke, Barron, 1974, S.221 f (nach KNABE
2001,
S.126)
[20]ebda S.127; noch niederschmetternder S.435 (dessen
Anm. 25:
"Eine etwa 1934 geborene
und aus Westdeutschland stammende Person
namens Paul Schönen
ist in der Zentralen Personenkartei des MfS
/F16
ebenso wenig erfasst wie ein etwa 1936
geborener, in Westdeutschland
lebender Arno Strunk. Über beide Täter sind in
den Archiven des
Bundesbeauftragten keine
Unterlagen vorhanden.""
Zu den Stasikarteien siehe:
Zentrale Stasikarteien F16 und F22
[21] "Justiz ging zur Schule", Kölner
Stadtanzeiger v. 15.02.1960 Rudolf
Weiler), zit. n. Faksimile: Festschrift
zur 100-Jahr Feier des
Albertus-Magnus-Gymnasium, Köln 1978, Verlag
Weiss-Druck und Verlag GmbH,
S.142.
[22] ebda
[23]
Juliane SCHWIBBERT: Die Kölner Synagogenschmierereien Weihnachten 1959
und
die Reaktionen in Politik und Öffentlichkeit. In: Geschichte in Köln,
1993-,
S.73 bis 96.
[24] SCHWIBBERT(GiK) S.75
[25] ebda, S.84. Sie
bezieht sich auf den Bericht der Sonderkommission vom
10.01 1960, HSAD NW 215
Bd.18. Der Bundesvorstand der DRP räumte sogar ein,
dass zwischen den Tätern
und dem Kreisvorsitzenden der Kölner DRP vor der
Tat ein Gespräch darüber
gegeben hätte. Ebda .S. 76. Die Selbstauflösung der
örtlichen DRP kann daher
als politische Frontbegradigung betrachtet werden.
[26] Ebda S.85
[27] Ebda S.88-91. Vgl. LANGE (i.e.SCHWIBBERT) Mag.arb.
S.60-67, u. S.68
f.
[28]LANGE i.e.SCHWIBBERT, S.66, hier deren Anm. 152.
[29]
Stankowski, Martin/Wozelka, Inge: Köln - eine lebendige
Stadtgeschichte. Köln
2000, KIWI - Verlag Edition Express, 120 Seiten. Das
Buch verwertet die
EXPRESS- Serie "2000 Jahre Köln". Im Stil, Aufmachung und
Wahrheitsgehalt ist
die magere, dafür aber großletterige Buchstabensuppe der
gleichnamigen
Zeitung ebenbürtig. Die Köln damals erschütternden Ereignisse
werden
nicht genannt; dafür sind zwei Seiten dem 'FC wunderbar' Anfang der
60er
Jahre gewidmet. (Siehe S.105 f). Die Randleiste enthält scheinbar
wahllos
herausgesuchte "Weltschlagzeilen"
"1950: Das israelische Parlament erklärt den von Israel besetzten
Westteil
Jerusalems zur Hauptstadt." Und auch "1973
(!) Im Zug des
Sechs-Tage-Krieges besetzt Israel die
Westbank, den Gaza-Streifen und
die Golan
Höhen"
(als hätte Israel aus dieser Absicht heraus einen Angriffskrieg
begonnen).
Wahr ist dass die arabischen Staaten im Jahr 1 9 6 7
einen konzertierten
Angriff auf Israel unternahmen und eben auch die gesamte
ägyptische
Sinai - Halbinsel von Israel erobert wurde. Die Kämpfe endeten mit
einem
brüchigen Waffenstillstand. Dass der friedensmutige und daraufhin
ermordete
ägyptische Staatspräsident Sadat den Sinai von einem extrem
rechten
israelischen Ministerpräsidenten Begin in einem historischen
Friedensvertrag
1977 zurückerhielt, ist Historiker Stankowski allerdings
keine 'Schlagzeile'
wert. Eigenartig auch, dass ihm zwar der Aufbau von
Streitkräften in der
Sowjetischen Zone eine Weltschlagzeile wert ist, aber
mit keinem Wort die
Wiederbewaffnung der BRD erwähnt; die große
Protestbewegung dagegen ist
gerade auch in Köln mehrfach wissenschaftlich
aufgearbeitet worden.
(Grünewald, Bilz).
[30] Zuhause in Köln:
Jüdisches Leben 1945 bis heute, Hrsg.: Ginzel, Günther
B. Sonja Günter
Böhlau, Köln (1998). Falsches Tatalter von Strunk.
[31] ebda S.
130.
[32] In dem vom Kölner Historiker Jost Dülffer hrsg. Buch: Köln in
den 50er
Jahren , Köln 2001 SH-Verlag, befasst sich Jürgen ZIEHER, Im
Schatten von
Antisemitismus u. Wiedergutmachung, S.277 ff mit den
Vorfällen: Ziehers
Darstellung ist vordergründig faktenorientiert: Die
Information, dass beide
in vornehmer Zurückhaltung nicht namentlich genannten
Täter 25 Jahre alt
waren, ist falsch. S.302, vgl. SCHWIBBERT (siehe Anm.4).
Irritierend aber
ist seine Bewertung einer Passage in einem P R I V A T
- Brief von Sally
Kessler an einen Regensburger Firmeninhaber
Kessler:
"Wir wissen, dass diese
abscheuliche Tat vom größten Teil der
deutschen Öffentlichkeit
zurückgewiesen wird und wollen hoffen, dass die
zuständigen Stellen alles tun
werden, um derartige Geschehnisse
in
Zukunft zu vermeiden ".
Kommentar Ziehers zu dieser abgewogenen
Situationsanalyse verbunden mit
einer bescheiden vorgebrachten
Hoffnung:
"Indirekt kritisiert das
Vorstandsmitglied der Synagogengemeinde die
a u s s e i n e
r S i c h t(!) bis dahin (!)
unzureichende
Auseinandersetzung in der deutschen Politik
und Öffentlichkeit mit
der
NS-Vergangenheit." (S.302).
Seine undifferenzierte
Aussage:
"Insbesondere entbrannte
eine erregte Diskussion über das Strafmaß."
malt im Hinblick auf die in
Presse, Funk, Politik und Bevölkerung heftig
diskutierte Drahtzieher-These,
die Zieher mit keinem(!) Wort erwähnt, ein
verzerrendes Bild der Ereignisse
und suggeriert eine so nicht vorhandene
Empörung in Deutschland über das
geringe Strafmaß.
[33]JUNG, Werner: Kleine Illustr. Geschichte der Stadt
Köln, Köln 2002
Bachem-Verlag, S.299. Mitverfasser Carl DIETMAR hat übrigens
ein Buch über
'Kölner Mythen' veröffentlicht, in der diese
Rheinwäscher-Geschichte aber
keine Berücksichtigung findet. Nebenbemerkung:
Werner JUNG verhalf der
Kölner NS-Forschung institutionell zum Durchbruch und
ist nun wahrlich kein
Vertuscher dieser Zeit!
[34] Info der Internetseite des
BStU vom 17.05.2002: "Wir bitten um
Verständnis dafür, dass aus juristischen
und inhaltlichen Gründen Teile
unserer Website vorübergehend abgeschaltet
werden müssen. ... Auf Grund des
Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom
8.3.2002 zu den Stasi-Akten von
Dr. Helmut Kohl muss zuvor überprüft werden,
ob einzelne Informationen im
Widerspruch zum Urteil stehen. Dies betrifft vor
allem Projekte der
politischen Bildung, die Stasi-Akten- und Fotobeispiele
enthalten. Sie
müssen teilweise nachanonymisiert werden. Dies kann,
angesichts der Zahl der
Dateien einige Wochen in Anspruch
nehmen".
Gerd Brogi, Köln
INTERNETVERWEISE
"jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung"
http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/96003766/index.html
Konsequenzen des Kohl-Urteils für einzelne Forschungsprojekte -
z.B KDVler
in der
DDR.
http://www.stiftung-aufarbeitung.de/pdf/dokustug.pdf
http://people.freenet.de/DDR-Forschung.English/introduction_research02.htmne
gative
Bild-Material
zu Nazi-Schmierereien
htp://wwtw.dhm.de/lemo/objekte/pict/KontinuitaetUndWandel_photoHakenkreuzschmierereien/index.html
Hier geht es zum
Friedensbrief Archiv für das Jahr 2002
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(DFG-VK)
Der Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Wir sind daher entschlossen,
keine Art von Krieg zu unterstützen und an der Beseitigung aller Kriegsursachen
mitzuarbeiten.
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(DFG-VK)
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