Die zentralen Stasikarteien F16 und F22

Relevant für die Einordnung von Anmerkung 20/ KNABE

Aus:    http: file://www.bstu.de/archiv/index.htm

Die zentralen Karteien F 16 und F 22

Der Zugang zu den Akten des MfS erschließt sich über Millionen von
Karteikarten. Die zentralen Karteien, in denen alle Anträge zunächst geprüft
werden, sind aus Gründen der "inneren Konspiration" des MfS mehrstufig
aufgebaut.

Die zentrale Kartei "F 16" (Klarnamenkartei)

Die "Einstiegskartei" wurde auf dem Formblatt Nummer 16 angelegt - daher ihr
MfS-Kürzel "F 16".
Auf über 5 Millionen Karten, die zwei Archivsäle füllen, sind Namen,
Geburtsdaten, Adressen und Berufsangaben von Bürgern gespeichert. Oben
rechts tragen diese Karten den wichtigen Hinweis für weitere Recherchen: den
Registrierbereich (Ministerium oder Bezirksverwaltung) und die
Registriernummer.

In der Kartei "F 16" ist jeder verzeichnet, für den sich das MfS einmal
interessiert hat: Hier stehen die Karten ehemaliger MfS- Mitarbeiter neben
denen von ehemaligen Bautzen- Häftlingen oder anderen Opfern des MfS.
Das Besondere daran ist: Aus dieser Kartei läßt sich nicht entnehmen, ob sie
zu Aktenbänden eines Inoffiziellen Mitarbeiters oder eines Betroffenen
(eines "operativ" Bearbeiteten) führt. Dies wird erst aus der folgenden,
getrennt geführten Kartei, der "F 22", deutlich.

Die zentrale Kartei "F 22" (Vorgangskartei)

Die Angaben auf der F 16 zur Registriernummer führen zu einer weiteren
Kartei, der Vorgangskartei "F 22", mit deren Hilfe festzustellen ist, unter
welchen Signaturen sich archivierte Akten in den Ablagen der Abteilungen XII
des MfS oder der Bezirksverwaltungen befinden oder in welcher Diensteinheit
aktive registrierte Vorgänge und Akten geführt wurden. Die Kartei "F 22"
umfaßt im Zentralarchiv ca 1,1 Millionen Karteikarten. Im Gegensatz zur
"F 16" sind hier auch erste Hinweise zu den Vorgangsarten (IM-Vorgänge,
Operative Vorgänge, Operative Personenkontrollen u.a.) enthalten.

Die "F 22" enthält Angaben über die Vorgangsart, den Decknamen (aber nicht
den Klarnamen), gegebenenfalls die IM-Kategorie oder das "Delikt" bzw. die
"Bearbeitungsrichtung", das Datum der Registrierung, die operative
Verantwortlichkeit (Diensteinheit und Mitarbeiter) sowie Angaben über alte
Vorgänge oder Akten, die in den Vorgang eingeflossen sind.